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Menstruationsartikel dürfen kein Luxus sein - weder hier noch weltweit

Melanie Demmelhuber, Mitglied im Kreisvorstand DIE LINKE. Niederbayern-Mitte

Am 28. Mai war der internationale Tag der Menstruation. "Dass viele Frauen einmal im Monat ihre Periode haben, ist stark tabuisiert. Obwohl sie zum Alltag von der Hälfte unserer Bevölkerung gehört, wird darüber kaum gesprochen und wenn, dann noch immer oft verschämt", so Melanie Demmelhuber aus dem Kreisvorstand der LINKEN Niederbayern-Mitte. Weiter ergänzt sie: "Mit diesem Tag soll darüber hinaus aber auch daran erinnert werden, dass der Zugang zu Hygieneartikeln und Schmerzmitteln auch eine soziale Frage ist."

Vor etwa einem Jahr wurde die Debatte um die sogenannte "Tampon Tax" angestoßen. Mit Erfolg: Der Mehrwertsteuersatz wurde von 19 auf 7 Prozent abgesenkt. Die Forderung nach kostenloser Vergabe von Tampons, Binden und anderen Menstruationsartikeln vor allem in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen bleibt aber weiterhin eine, deren Umsetzung noch erstritten werden muss. Dazu ergänzt Demmelhuber: "Auch in unseren niederbayerischen Schulen haben wir noch einiges zu verbessern. Von Tampons und Binden gar zu schweigen, gibt es in manchen Schulen auf den Frauen-Toilettenkabinen weder Mülleimer noch Hygienebeutel. Das sind keine tragbaren Zustände."

"Menstruationsarmut ist ein internationales Problem", betont Demmelhuber. Viele Frauen und Mädchen können sich die teuren Artikel nicht leisten. In Entwicklungsländern kostet ein Paket Binden oft mehr, als die Menschen dort am Tag verdienen. Daher bleiben diese Frauen für die Dauer der Blutung zu Hause anstatt in die Schule oder arbeiten zu gehen. Die Fehlzeiten können zum Schulverweis oder zu massiven Einkommensverlusten führen.
Auch der Hygienestandard, den wir hier gewohnt sind, ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit. "Zugang zu Wasser, Seife, sauberen Toiletten oder überhaupt Toiletten ist noch längst nicht überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit. Dieser Umstand beeinflusst das Leben vieler Menstruierenden gewaltig.", so Demmelhuber.

Entgegen der Empfehlung der WHO stellt Deutschland nur 0,033 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes (BNP) für gesundheitsbezogene Entwicklungsarbeit bereit. "DIE LINKE fordert die Bundesregierung schon lange auf, ihre internationale Verpflichtung endlich ernst zu nehmen und insgesamt 0,7 Prozent des BNP für die Entwicklungszusammenarbeit und davon 0,1 Prozent des BNP für die gesundheitsbezogene Entwicklungsarbeit zur Verfügung zu stellen" so die Partei DIE LINKE.